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Sieben Saubere Schritte für nachhaltige Produktion bei SEKEM (Naturetex)

 

Bekleidung aus Bio-Baumwolle findet man inzwischen fast überall. Mancher mag sich fragen, ob solche Angebote seriös sind -und wie viel sie mit biologisch-dynamischer Baumwolle von SEKEM zu tun haben.

Die Auszeichnung *bio* in Europa für Bekleidung nicht geschützt.  ist es notwendig, Gewissheit über Produktqualität auf anderem Wege zu erhalten. Viele private Label stehen beispielsweise für den Einsatz von kontrolliert biologisch angebauter Baumwolle oder für weitere Standards in der Verarbeitung der Textilien ein.

SEKEM Textilien werden nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) und nach den FAIRTRADE Kriterien der FLO (Fairtrade Labelling Organization) zertifiziert. Die umfassenden  Anforderungen dazu von einer unabhängigen Kontrollstelle zertifiziert.  In manchen Aspekten geht SEKEM jedoch noch über sie hinaus. Neben der Garantie der Mindestanforderungen globaler Standards drücken sich in den Produktionsmethoden auch die Werte von SEKEM aus.

Anbau:

Ausgangsprodukt für SEKEM Textilien ist ägyptische Baumwolle. Sie wird von Demeter-Landwirten im Nildelta und in der Oase Fayoum angebaut und ist für ihre besondere Qualität weltweit berühmt. Einige ägyptische Baumwollsorten haben besonders lange und reißfeste Fasern, so dass daraus extrem feines Garn gesponnen werden kann. Die Baumwollfasern reifen in Kapseln, die im Herbst sorgfältig von Hand gepflückt werden. Die Bauern pflanzen neben der Baumwolle viele andere Kulturen wie Zwiebeln, Klee, Kräuter oder Reis, die andere Firmen aus der SEKEM-Gruppe von ihnen erwerben. So ist eine Fruchtfolge auf den Äckern und der langfristige Aufbau von Bodenfruchtbarkeit möglich.

Entkernen und Spinnen:

In lokalen Fabriken wird die Baumwollfaser von den Kernen befreit. Ertwas weniger als 2/3 des Gewichts machen die schwarzen Samen aus, die einerseits für die nächste Aussaat aufbewahrt, andererseits zu Öl verpresst werden. Die reine Baumwollfaser wird dann in Spinnereien versponnen. Dabei wird streng darauf geachtet, dass die Bio-Baumwolle nicht mit den Fasern von anderen Bauern vermischt wird. Naturetex gibt bereits hier an, welche Garnstärken und –mengen benötigt werden, um daraus die unterschiedlichen Textilien herstellen zu können. Jede Charge wird in spezialisierten Laboren auf gleichmäßige Qualität getestet, bevor sie weiterverarbeitet wird. Die Reste, die beim Kämmen oder Kardieren anfallen, werden in Naturetex zum Ausstopfen der Puppen und Stofftiere verwendet.

Stricken und Weben

Das Garn kann nun verstrickt oder zu Webstoffen verarbeitet werden. Dies geschieht in spezialisierten Firmen, welche die dazu notwendigen übergroßen Webstühle oder Strickmaschinen für verschiedene Stoffarten besitzen. Falls dafür Hilfsstoffe eingesetzt werden, müssen diese biologisch abbaubar sein, damit sie das Wasser nicht belasten. Beim Weben ist es z.B. notwendig, das Garn zu schlichten, damit es auf den Maschinen nicht reißt. Hierzu wird Stärke verwendet, die nachher ausgewaschen wird.

Die fertigen Stoffballen werden bei Naturetex Meter für Meter auf Strickfehler, Löcher oder eingestrickte Fremdfasern untersucht. Dazu wird der Stoff von unten oder hinten beleuchtet, um mögliche Fehler sichtbar zu machen und zu verhindern, dass solch ein Stoff für Kleidung verwendet wird. Weitere Qualitätsanforderungen werden im Labor untersucht, um sicherzustellen, dass der Stoff nicht zu schwer oder leicht ist, oder beim Waschen zu stark einläuft.

Färben und Ausrüsten

Die meisten Textilien sind farbig. Dazu werden der Stoff oder bereits vor dem Stricken das Garn selbst eingefärbt. Gemäß den GOTS-Regeln verwendet Naturetex dazu eine streng begrenzte Auswahl an Farbstoffen und Hilfsstoffen, die keine schädlichen Schwermetalle oder andere Gifte enthalten. Die Chemikalien dürfen weder für die Mitarbeiter in der Färberei noch für die Nutzer der Textilien oder für das Abwasser schädlich sein. Genaue Standards regeln die Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit der einzelnen Inhaltsstoffe. Wichtig ist jedoch auch, dass die Farben lange erhalten bleiben, nicht beim Waschen oder z.B. durch Speichel zerlaufen oder durch starkes Licht verblassen. Deshalb werden synthetische Farbstoffe benutzt, da natürliche Farben bisher nicht industriell eingesetzt werden können oder einen so hohen Einsatz an Chemikalien zur Fixierung benötigen, dass die Umwelt stärker belastet wird als bei modernen synthetischen Farbstoffen.

Zuschnitt, Nähen, Verpacken

In Naturetex selbst auf der SEKEM Farm werden die fertigen Stoffe zugeschnitten und zu Bekleidung verarbeitet. Die Design- und Musterabteilung hat vorher bereits die Schnittmuster erstellt und die genauen Spezifikationen mit den Kunden vereinbart. Nach diesen Mustern wird nun der Stoff zugeschnitten. Dazu werden viele Bahnen Stoff aufeinander gelegt und mit einer speziellen Schere ähnlich einer Stichsäge gleichzeitig zugeschnitten. Die einzelnen Teile werden nun zu T-Shirts, Bodies oder Schlafanzügen zusammengenäht, wobei jeder Näher jeweils nur einen Arbeitsschritt durchführt und das Teil dann an den nächsten in der Reihe weitergibt. Viele Nebenschritte ergänzen diesen Prozess, damit Knöpfe angenäht, Stickereien angebracht oder die Größenetiketten eingenäht werden. Auch will jede Naht sorgfältig geprüft und die die Größen der einzelnen Teile festgestellt werden. Danach steht das Bügeln an. Eine große Besonderheit stellt bei Naturetex der ausschließliche Einsatz von Naturmaterialien als Accessoirs dar. Knöpfe aus Steinnuss, Bänder und Borten aus Baumwolle, sogar das Nähgarn ist zu 100% Baumwolle, so dass das Nähen besonderes Fingerspritzengefühl verlangt, damit das Garn nicht reißt.

Anschließend werden die Produkte nach Wunsch des Kunden verpackt. Dabei ist die Devise leitend: soviel wie nötig, aber so wenig wie möglich Verpackungsmaterial, das außerdem umweltfreundlich sein muss.

 

Gerechter Handel und Entwicklung:

Gerechter Handel ist kein Schlagwort, sondern ein ganzheitlicher Wirtschaftsprinzip, das in SEKEM allen kommerziellen Aktivitäten zugrunde liegt. Die Baumwollbauern erhalten von SEKEM einen Preis, der nicht nur ihre Produktionskosten abdeckt und somit das Überleben der Familie sichert, sondern ihnen außerdem ermöglicht, in ihre Entwicklung zu investieren. Dabei spielt die Zusammenarbeit im Netzwerk der demeter Bauern eine große Rolle. Weil SEKEM nicht nur die Baumwolle aufkauft, sondern auch Märkte für die anderen Produkte der Fruchtfolge schafft, entsteht für den Bauern ein sicheres Einkommen und mehr Unabhängigkeit von den stark schwankenden Weltmarktpreisen.

Naturetex als Textilfirma der SEKEM Gruppe unterstützt mit ihren Erträgen die sozialen und kulturellen Einrichtungen der SEKEM-Initiative und ermöglicht dadurch Bildung und Entwicklung für die Menschen der Umgebung SEKEMs. Auch den Mitarbeitern der Firma selbst stehen vielfältige Angebote zur Weiterbildung während der Arbeitszeit zur Verfügung. Das SEKEM Hospital stellt außerdem die medizinische Versorgung bereit. Ein Rentenfonds sichert die Altersvorsorge und über die -Kooperative der SEKEM-Mitarbeiter- gestalten die Mitarbeiter das soziale Miteinander und die Firmenkultur aktiv mit und treten mit der Firmenleitung in Kontakt.

 

Tragen und Recyclen

Durch die sorgfältige Verarbeitung entstehen Textilien und Bekleidung, die angenehm zu tragen sind, keine gesundheitlichen Risiken bergen und die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Grundsätzlich eignen sie sich sogar zur Kompostierung oder können als Textilreste dem Kreislauf wieder zugefügt werden.

Naturetex-Kleidung ist mehr als die Summe der Produktionsschritte und Standards. Neben ihrer Funktion als Bekleidung und modischer Ausdruck von Individualität entsteht durch den Kauf in Europa oder Amerika eine Verbindung zu den produzierenden Menschen. Ein konkreter Beitrag zu einer besseren Globalisierung.

 

SEKEM erleben

SEKEM kannst Du auch besuchen. Mit SEKEM-Reisen

Mach Dir ein Bild von SEKEM zB bei einer 16-Tage-Reise Kairo&Wüste&Luxor&SEKEM mit der Ägyptologin und erfahrenen Reiseleiterin Dr. Jana Loose.

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